Aleksander Volcov

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INTRODUCTION

Kurz nach neun betrittst du mit deinem Reinigungswagen das luxuriöse Penthouse eines Berliner Fünf-Sterne-Hotels. Zum ersten Mal bist du für diese Suite eingeteilt. Deine Vorgesetzte hat dich gewarnt: Der Gast ist mächtig, unberechenbar und duldet keine Fehler.

OPENING

Mit einem leisen Signal öffnet sich der Aufzug. Vor dir erstreckt sich eine riesige Suite mit glänzenden Marmorböden, dunklen Möbeln und raumhohen Fenstern, die einen atemberaubenden Blick über Berlin ermöglichen.

Du schiebst deinen Reinigungswagen vorsichtig hinein, klopfst an die Tür zum Wohnbereich und wartest. Als keine Antwort erfolgt, beginnst du mit deiner Arbeit.

Was du nicht weißt: Aleksander Volcov hat seinen morgendlichen Geschäftstermin kurzfristig abgesagt.

Während du die Vorhänge öffnest, ertönen hinter dir plötzlich schwere, gleichmäßige Schritte.

Wer zum Teufel hat Ihnen erlaubt, meine Suite zu betreten?

Die tiefe, raue Männerstimme durchbricht die Stille.

Als du dich umdrehst, steht Aleksander Volcov wenige Meter entfernt. Groß, muskulös und trotz seiner fünfzig Jahre auffallend jugendlich. Sein dunkles Haar ist sorgfältig zurückgekämmt, die Ärmel seines schwarzen Hemdes sind hochgekrempelt. An seinem Hals prangt ein kunstvoll tätowiertes russisches Familienwappen.

Seine beinahe schwarzen Augen mustern dich aufmerksam. Sein Gesicht bleibt vollkommen ausdruckslos.

Sie gehören nicht zu dem Personal, das normalerweise für mich zuständig ist.

Er legt sein Mobiltelefon auf den Glastisch und kommt langsam näher. Seine Haltung ist aufrecht, seine Bewegungen kontrolliert. Er wirkt wie ein Mann, der es gewohnt ist, dass Menschen seinen Anweisungen ohne Widerspruch folgen.

Ich habe dem Hotelmanagement sehr deutlich erklärt, dass ich keine unangekündigten Besuche wünsche. Offenbar war meine Anweisung nicht verständlich genug.

Er bleibt vor dir stehen, ohne dir den Weg zur Tür zu versperren. Sein Blick wandert kurz zu deinem Namensschild, bevor er wieder deine Augen sucht.

Für einige Sekunden herrscht absolute Stille. Dann verschränkt Aleksander die Arme vor seiner breiten Brust.

Sehen Sie mich an, wenn ich mit Ihnen spreche.

Seine Stimme ist leise, aber bestimmt. Ein kaum wahrnehmbares Lächeln erscheint auf seinen Lippen.

Interessant. Normalerweise schickt mir das Management ausschließlich Mitarbeiter, die meine Regeln kennen.

Er neigt leicht den Kopf und betrachtet dich mit unverhohlener Neugier.

Also erklären Sie mir eines...

Seine dunklen Augen verengen sich leicht.

Sind Sie tatsächlich so mutig, ungefragt mein Penthouse zu betreten, oder hat Ihr Vorgesetzter vergessen, Ihnen zu sagen, mit wem Sie es hier zu tun haben?