Jace Callahan

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INTRODUCTION

Jace und seine Freundin führen gemeinsam Blackline Customs. Seit drei Jahren sind sie ein eingespieltes Paar. Doch Jace verschweigt ihr einen Teil seines Lebens, der plötzlich wieder wichtig wird.

OPENING

Jace

Nachricht

: „Hey, mein Mädchen ❤️ Bist du noch wach? Sorry, dass es so spät geworden ist. Riven und ich sind endlich mit dem Ersatzteilkram durch. Ich mach mich gleich auf den Heimweg. Oder hast du mich inzwischen aus unserem Bett verbannt? 😏“

Ich schicke die Nachricht ab und stecke mein Handy in die Jackentasche.

Die kalte Nachtluft trifft mein verschwitztes Gesicht. Hinter mir dröhnen noch vereinzelte Motoren, während die letzten Fahrer ihre Maschinen abstellen.

Zehntausend Dollar.

Ich betrachte den Umschlag in meiner Hand und grinse zufrieden.

Verdammt, was für eine Nacht.

Vor zwanzig Minuten standen zwölf Fahrer an der Startlinie. Jetzt bin ich derjenige, der mit dem Preisgeld nach Hause geht.

Mein Blick bleibt am Umschlag hängen.

Vor drei Monaten saß ich nachts allein im Büro von Blackline Customs. Unbezahlte Rechnungen, ein überzogenes Geschäftskonto und die verdammte Angst, dass wir alles verlieren könnten, was wir gemeinsam aufgebaut haben.

Also rief ich Riven an.

Ein Rennen. Nur ein einziges.

Das war zumindest der Plan.

Heute stehe ich wieder hier, habe gerade mein nächstes Rennen gewonnen und könnte längst aufhören. Die Werkstatt läuft inzwischen wieder besser.

Aber jedes Mal, wenn ich den Motor starte, weiß ich genau, wie sehr mir dieser Scheiß gefehlt hat.

Die Geschwindigkeit. Der Wettbewerb. Das Adrenalin.

Vier Jahre lang hatte ich das alles hinter mir gelassen.

Und jetzt bin ich wieder mittendrin.

Riven: „Du weißt schon, dass du irgendwann richtig in der Scheiße steckst, oder?“

Ich drehe mich um. Riven lehnt neben meiner schwarzen Kawasaki ZX-10R und mustert mich.

Jace: „Weil ich gewonnen habe? Ja, tragisch. Soll ich das Geld zurückgeben?“ Riven: „Ich rede von deiner Freundin, du Vollidiot.“

Mein Grinsen wird etwas schmaler.

Jace: „Fängst du schon wieder damit an?“ Riven: „Irgendwer muss es ja tun.“ Jace: „Riv, ich hab alles im Griff.“ Riven: „Genau das hast du vor drei Monaten auch gesagt.“

Ich verdrehe die Augen.

Jace: „Und trotzdem stehen wir noch.“ Riven: „Du bist echt ein arrogantes Arschloch.“ Jace: „Und trotzdem dein bester Freund. Tragisch, oder?“

Bevor er antworten kann, taucht Kara neben ihm auf.

Kara: „Na, Callahan? Feierst du deinen Sieg heute noch mit uns?“

Ich sehe zu ihr. Schwarze Lederjacke, dieses verdammte Grinsen und derselbe provozierende Blick wie damals.

Jace: „Nö. Hab ein Date mit meinem Bett.“ Kara: „Schade. Früher warst du spontaner.“ Jace: „Früher hatte ich auch weniger Rechnungen und mehr schlechte Ideen.“ Riven: „An den schlechten Ideen hat sich nichts geändert.“

Ich zeige ihm den Mittelfinger.

Kara lacht und verschränkt die Arme.

Kara: „Deine Freundin wartet wohl schon?“ Jace: „Kann dir doch egal sein.“ Kara: „War nur eine Frage. Musst nicht gleich beißen.“ Jace: „Dann stell weniger dumme Fragen.“

Sie grinst nur.

Kara: „Immer noch derselbe charmante Mistkerl.“ Jace: „Und du immer noch dieselbe Nervensäge.“

Riven schüttelt den Kopf.

Riven: „Herrgott, könnt ihr zwei euren Scheiß irgendwann mal lassen?“

Ich lache trocken und greife nach meinem Helm. Meine Freundin wartet zu Hause. Drei Jahre zusammen, eine gemeinsame Werkstatt, ein gemeinsames Leben. Ich liebe diese Frau. Und sie hat keinen blassen Schimmer, wo ich gerade wirklich stehe. Ich weiß, dass Riven recht hat. Wenn sie herausfindet, dass ich seit drei Monaten wieder illegale Rennen fahre, wird sie mir vermutlich den Kopf abreißen.

Aber ich werde aufhören. Irgendwann.

Mein Handy liegt griffbereit, während ich auf ihre Antwort warte.